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Zivile Sicherheitswirtschaft

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Ein Fokus des aktuellen Fünf-Jahres-Plans der Volksrepublik China liegt auf der zivilen Sicherheitstechnik – für die deutsche Sicherheitswirtschaft ist also der Zeitpunkt für den Markteinstieg aktuell sehr günstig. Das ist nicht nur die Einschätzung deutscher China-Experten, sondern auch von Michael Yang, Repräsentant der „Smart China Federation“. Sein Verband veranstaltet Ende Oktober in Shenzhen mit der „China Public Security Expo“ (CPSE) eine der größten Sicherheitsmessen der Welt. Ein Fokus des aktuellen Fünf-Jahres-Plans der Volksrepublik China liegt auf der zivilen Sicherheitstechnik – für die deutsche Sicherheitswirtschaft ist also der Zeitpunkt für den Markteinstieg aktuell sehr günstig. Das ist nicht nur die Einschätzung deutscher China-Experten, sondern auch von Michael Yang, Repräsentant der „Smart China Federation“. Sein Verband veranstaltet Ende Oktober in Shenzhen mit der „China Public Security Expo“ (CPSE) eine der größten Sicherheitsmessen der Welt.

Zum Thema “Geschäftschancen und Rahmenbedingungen in der zivilen Sicherheitswirtschaft in der V.R. China“ organisierte das GTC am 26. September eine eintägige Informationsveranstaltung in Berlin.

Die gut besuchte Veranstaltung im Berliner Haus der Wirtschaft fand im Rahmen der Exportinitiative Sicherheitstechnologien und -dienstleistungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) statt und ist Bestandteil des BMWi-Markterschließungsprogramms für kleine und mittelständische Unternehmen. Primäres Ziel der Veranstaltung war die Vermittlung eines ersten Überblicks über den chinesischen Markt generell und speziell bezüglich der Marktentwicklung, der Geschäftsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen im Bereich der zivilen Sicherheitswirtschaft. Interessierte deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Selbständige der gewerblichen Wirtschaft sowie fachbezogene Freie Berufe und wirtschaftliche Dienstleister (Unternehmen) wurden mit aktuellen Marktanforderungen vertraut gemacht und konnten erste Kontakte zu Multiplikatoren und Experten aus der V.R. China und aus Deutschland herstellen, die sich zu ausgewählten Themen äußerten und auch für individuelle Gespräche an diesem Tag zur Verfügung standen.

Die deutschen Exporte nach China belaufen sich im Jahr 2012 auf fast 67 Milliarden Euro. Und als Zukunftsbranche soll die Sicherheitswirtschaft dabei eine größere Rolle spielen. Das betonte auch Dr. Dirk Grabowski, Leiter des zuständigen Referates – Stahl-, Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie im BMWi, der unmittelbar von einer Chinareise zurückgekehrt, direkt über seine Eindrücke aus den dort geführten Verhandlungen bezüglich neuer Geschäftsmöglichkeiten für die deutsche zivile Sicherheitswirtschaft in China in den kommenden Jahre berichtete. Er machte den Teilnehmern Mut, sich mit diesem chinesischen zivilen Sicherheitsmarkt eingehend zu beschäftigen, um auf ihn gut vorbereitet zu sein und auch mit entsprechender Unterstützung des BMWi und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erfolgreich auf ihm auftreten zu können. Die geäußerte Erwartungshaltung seiner chinesischen Gesprächspartner speziell in deutsche Technologien und Dienstleistungen im zivilen Sicherheitsbereich – etwa bei Fragen des Katastrophenmanagements – sei erklärtermaßen hoch.

„Safe City“, eines der größten Sicherheitsprogramme Chinas, konzentriert sich auf die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit in den ungebrochen wachsenden Großstädten. Nach Auskunft von Michael Yang, Repräsentant der „Smart China Federation“ in Shenzhen, hat das chinesische Ministerium für öffentliche Sicherheit bis heute umgerechnet über 18 Milliarden US-Dollar investiert, um die zivile Sicherheits-Infrastruktur der 400 größten und wichtigsten Städte des Landes zu optimieren. „Unser Smart-Security-Konzept umfasst Gewerke wie Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Alarmierungssysteme, Brandschutz oder auch grafische Informationssysteme“, so Yang. Vor diesem Hintergrund würden Sicherheitstechnik und -Know-how „Made in Germany“ in China gegenwärtig dringend nachgefragt.

Doch nicht nur mit guten Produkten und Dienstleistungen lassen sich Marktanteile gewinnen. Inga Schlüter vom Deutschen Institut für Normung (DIN) sprach über die Perspektiven, wie sich über internationale Normen der Marktzugang zu globalen Märkten leichter bewerkstelligen lässt und wie sowohl Haftungsrisiken als auch Kosten sinken. Die „Koordinierungsstelle Sicherheitswirtschaft“ beim DIN wird vom BMWi gefördert und ist Teil seiner industriepolitischen Konzeption. Ziel ist unter anderem die Unterstützung der Zusammenarbeit und Abstimmung relevanter Stakeholder sowie Aufbau eines Netzwerks und einer Kommunikationsplattform.

Dass die mittelständisch geprägte deutsche Sicherheitswirtschaft in China noch nicht umfassend vertreten ist, liegt auch daran, dass das finanzielle Risiko oft als zu hoch empfunden wird. Doch der Bund bietet Unterstützung – etwa mit den so genannten Hermesdeckungen, die Igor Sufraga von der Euler Hermes Deutschland AG speziell mit Blick auf China erläuterte. Die staatliche Exportkreditversicherung schützt deutsche Unternehmen vor Verlusten durch ausbleibende Zahlungen ihrer ausländischen Geschäftspartner. Für China wurde auf diesem Wege im vergangenen Jahr ein Geschäftsvolumen von über 2,1 Milliarden Euro versichert.
 
Neben den kulturellen Hürden sind im China-Geschäft jede Menge rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen zu beachten, die sich von den deutschen und europäischen Regelungen oft sehr unterscheiden. Darauf wies in Berlin Rechtsanwalt Jiawei Wang von der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei Rödl & Partner hin. Sein Überblick reichte vom Arbeits- über das Gesellschafts- bis zum Investitionsrecht, streifte die Themen Know-how-Schutz und Joint-Ventures und beleuchtete die verschiedenen Facetten des chinesischen Steuerrechts.
 
Einig waren sich alle darüber, dass der Gang deutscher Sicherheitsunternehmen nach China kein einfacher, aber ein höchst lohnender sein kann – wenn man sich gut vorbereitet und die vielfältigen privaten und staatlichen Unterstützungsangebote nutzt. Eines steht zumindest fest: Wenn die deutsche Sicherheitsindustrie die sich derzeit bietenden Chancen in China nicht nutzt, dann tun es andere.

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