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Gastvortrag Industrie 4.0

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250 Teilnehmer aus Politik, Industrieverbänden und Wirtschaft informierten sich über das deutsche Konzept. Mit Industrie 4.0 will China international auf- und vor allem überholen. 250 Teilnehmer aus Politik, Industrieverbänden und Wirtschaft informierten sich über das deutsche Konzept. Mit Industrie 4.0 will China international auf- und vor allem überholen.
Auf Einladung des National Eastern Tech-Transfer Center (NETC) hielt GTC – Präsident Prof. Ulf Stremmel am 01. September 2015 in Shanghai einen Gastvortrag zum Thema Industrie 4.0
 

Die Veranstaltung mit 250 Teilnehmern aus Politik, Industrieverbänden und Wirtschaft wurde vom National Eastern Tech-Transfer Center (NETC) und dem Bay Valley Innovation Center (BVIC) organsiert. Prof. Stremmel stellte den konzeptionellen Ansatz, die Zielsetzungen und Chancen von Industrie 4.0 in den Mittelpunkt seines Vortrags und gab einen Überblick zum Status der aktuellen Entwicklungen in Deutschland. Im Rahmen seiner chinesischen Netzwerkaktivitäten begleitet das GTC die Strategieentwicklung von Beginn an mit.

Das große Interesse am Thema liegt auf der Hand: mit Industrie 4.0 will China international auf- und vor allem überholen. Nach Dampfmaschine, Fließband und Industrieroboter läutet die intelligente Vernetzung die vierte industrielle Revolution ein. Die Verwirklichung der „Intelligenten Fabrik“ wird über den Aufstieg und Fall von Unternehmen und ganzen Volkswirtschaften entscheiden.

„Chinas Industrie muss handeln, ist jedoch noch deutlich von der intelligenten Vernetzung entfernt. Das Land ist in weiten Teilen erst auf dem Weg von Industrie 2.0 zu 3.0. Fortschrittliche Fabriken sind absolute Ausnahmen. In der Breite ist die chinesische Fertigung momentan nur begrenzt automatisiert, geschweige denn digitalisiert. Aktuell sinkt das chinesische Wirtschaftswachstum, die Löhne steigen. Das alte Modell billiger Massenproduktion funktioniert nicht mehr“, kommentiert GTC-Präsident Ulf Stremmel. „China braucht eigene Innovationskraft sowie Effizienz- und Qualitätsgewinne durch technologischen Fortschritt, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben“, so Stremmel weiter.

Bislang konzentrierte sich die chinesische 3i-Strategie vor allem auf die Technologien der Industrie 3.0. China braucht eine Agenda, mit der die intelligente Vernetzung der Industrie in den Mittelpunkt gerückt wird. Mit ihren jüngsten Beschlüssen setzt die Zentralregierung derzeit alle Hebel der Industriepolitik für eine schnelle industrielle Modernisierung in Bewegung. Die staatliche Förderung ist ungleich umfangreicher als in Deutschland. Das deutsche Konzept Industrie 4.0 dient dafür als Inspirationsquelle und bietet einen dazugehörigen konkreten Entwicklungspfad, an dem die chinesische Regierung ihre Anstrengungen ausrichten kann. Noch in diesem Jahr will sie unter dem Titel „Made in China 2025“ eine Strategie hin zu einer zu einer innovationsgetriebenen und dienstleistungsorientierten Industrie und effizienter und umweltfreundlicher Qualitätsproduktion veröffentlichen.

Die Strategie beinhaltet gleichzeitig eine umfassende Partnerschaft mit Deutschland. „Hier ergeben sich interessante Absatzmöglichkeiten für deutsche Anbieter“, weiß Stremmel. „China braucht Technologien, die für das Upgrade auf 4.0 notwendig sind, und bei denen ist Deutschland führend. Das Absatzpotenzial für deutsche Industriesoftware, Cloud Computing, Sensoren, Robotik und Kommunikationstechnik ist enorm. Technologisch ist China noch nicht so weit und muss auf ausländische Produkte zurückgreifen. Doch das Zeitfenster für Gewinne ist begrenzt – ganz sicher werden chinesische Unternehmen die Technologielücken in den nächsten 10 Jahren schließen“, schätzt Stremmel.

Das GTC sammelt für seine Mitglieder weiter klare und praktikable Kriterien für die technologische Zusammenarbeit auf Unternehmensebene. Gerade für deutsche mittelständische Unternehmen ist es wichtig, die individuellen Chancen und Risiken im Vorfeld abzuwägen. Die größte Gefahr für die Kooperation ist der Verlust sensibler Daten in China. Datensicherheit lässt sich in China nicht grundsätzlich garantieren. Im Gegensatz zu großen Konzernen wird es für Mittelständler schwer, den unter den momentanen Bedingungen in China enorm anspruchsvollen Knowhow- und Technologieschutz innerhalb einer Industrie 4.0-Kooperationen zu leisten, sowohl technologisch als auch juristisch. Technologieverlust kann schnell existenzbedrohend werden.

Möglichkeiten liegen in der Gestaltung der Unternehmenskooperationen. Deutsche Unternehmen müssen klare Bedingungen für diese Partnerschaften und die Verteilung der Erträge gemeinsamer Wertschöpfung definieren. Dabei sind die deutschen Unternehmen durchaus in einer starken Verhandlungsposition. Die chinesische Regierung will die Partnerschaft mit Deutschland unbedingt und wird diese Vorgabe auch an die chinesischen Unternehmenspartner weitergeben.

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